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Raspberry Pi & Linux

Mit Raspberry Pi und Server Geld verdienen: Was 2026 geht

Du hast einen Raspberry Pi oder einen Server, der ohnehin läuft, und fragst Dich, ob sich mit der ungenutzten Rechenleistung 2026 noch etwas verdienen lässt. Ich zeige Dir, was Mining, Solo-Lotterie, Bandbreiten-Sharing und Nodes wirklich bringen …

Von Sonoya Redaktion 6 Min. Lesezeit
Mit Raspberry Pi und Server Geld verdienen: Was 2026 geht

Wenn bei Dir zu Hause ein Raspberry Pi oder ein Server rund um die Uhr läuft und die meiste Zeit nichts zu tun hat, liegt die Frage nahe, ob sich mit dieser brachliegenden Rechenleistung etwas verdienen lässt, so wie früher mit Krypto-Mining. Die ehrliche Antwort lautet: 2026 verdienst Du damit kein nennenswertes Einkommen, aber es gibt zwei Wege, die kaum etwas kosten, und einen, der als Lotterie tatsächlich einen Jackpot haben kann. Ich gehe sie hier der Reihe nach durch, damit Du selbst entscheiden kannst, was Dir den Aufwand wert ist.

Zuerst die Stromrechnung

Bevor Du irgendetwas installierst, lohnt ein Blick auf die Kosten, denn sie entscheiden bei jedem Verfahren mit. Ein Raspberry Pi 5 zieht unter Volllast grob 10 Watt. Bei einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde sind das rund 8 Cent am Tag oder etwa 2,50 Euro im Monat, nur damit er auf Hochtouren läuft. Ein Pi im Leerlauf verbraucht deutlich weniger, und ein Server, der ohnehin läuft, kostet Dich nur den Mehrverbrauch unter Last.

Miss das am besten selbst mit einem Steckdosen-Strommessgerät (Affiliate Link), statt Dich auf Faustwerte zu verlassen. Wie Du Deinen Pi ohnehin für den Dauerbetrieb vorbereitest, steht in der Anleitung: Raspberry Pi Einstellungen für den 24/7 Dauerbetrieb optimieren.

CPU-Mining mit Monero: lohnt sich kaum

Monero ist das bekannteste Projekt, bei dem Mining auf normalen Prozessoren überhaupt noch sinnvoll ist, weil der Algorithmus RandomX auf CPUs ausgelegt ist und keine Grafikkarte oder spezielle Hardware braucht. Als Mining-Programm gilt XMRig, das auch ARMv8-Prozessoren wie im Raspberry Pi unterstützt.

Das Problem ist die Rechnung. Die Monero-Projektseite sagt selbst, dass Du anhand von Stromkosten und Hardware abwägen musst, ob sich Mining lohnt, und nennt keine Gewinnzahlen. Gängige Mining-Rechner und Erfahrungsberichte sehen die Gewinnschwelle selbst bei Desktop-CPUs erst bei sehr günstigem Strom von deutlich unter 10 Cent pro Kilowattstunde, und ein Raspberry Pi schafft nur einen Bruchteil der Rechenleistung eines Desktop-Prozessors. Mit deutschen Strompreisen kommst Du auf dem Pi sehr wahrscheinlich im Minus heraus. Gib Deinen eigenen Strompreis in einen aktuellen Rechner wie WhatToMine ein, bevor Du Zeit investierst. Der Pi eignet sich damit eher zum Ausprobieren und Lernen.

Wenn Du es trotzdem testen willst, beschreibt die Anleitung zum Mining mit XMRig auf getmonero.org den Weg über einen Pool. Du brauchst dafür zuerst ein Monero-Wallet, trägst Deine Adresse im Pool ein und setzt in der config.json den Algorithmus auf rx/0, falls der Pool ihn nicht vorgibt. Unter Linux kannst Du mit dem Kernel-Parameter vm.nr_hugepages zusätzliche Geschwindigkeit herausholen, die Details dazu stehen in der XMRig-Dokumentation. Dein Guthaben steigt bei den meisten Pools nur langsam, weil sie nach dem PPLNS-Verfahren erst zahlen, wenn der Pool einen Block gefunden hat.

Bitcoin-Solo-Mining: die Lotterie mit echtem Jackpot

Hier kommt die Variante, die Deinem Wunsch nach einem seltenen, aber echten Großgewinn am nächsten liegt. Beim Solo-Mining schürfst Du allein und nicht in einem Pool. Findet Dein Gerät den nächsten Block, bekommt Du die komplette Blockbelohnung, ohne zu teilen. Das passiert fast nie, aber es passiert: 2026 haben nach Medienberichten mehrere Hobby-Miner mit kleinen Geräten Blöcke gefunden, einer davon im Juli mit einem Bitaxe, Gegenwert rund 200.000 US-Dollar. Ob ein bestimmter Block wirklich so gefunden wurde, kannst Du auf mempool.space nachprüfen.

Als Hardware dient ein Bitaxe, ein quelloffener ASIC-Miner mit WLAN, den Du direkt an einen Pool oder Solo-Pool anschließt, ohne dass ein Rechner dazwischen laufen muss. Laut dem Bitaxe-Projekt auf GitHub braucht die Ultra-Variante etwa 15 Watt bei 5 Volt, empfohlen wird ein Netzteil mit 25 Watt. Geräte dieser Klasse liefern einige Terahash pro Sekunde, die genaue Zahl hängt vom Modell ab. Du findest sie bei Händlern über eine Amazon-Suche nach Bitaxe (Affiliate Link), und das passende 5-Volt-Netzteil mit 5 Ampere (Affiliate Link) brauchst Du ebenfalls.

Rechne ehrlich mit den Chancen. Das Bitcoin-Netzwerk liegt nach aktuellen Berichten bei rund einem Zettahash pro Sekunde. Ein Gerät mit 1 TH/s (als Rechenbeispiel) hat damit pro Block eine Chance von etwa eins zu einer Milliarde, und weil rund 144 Blöcke pro Tag entstehen, ergibt das für ein ganzes Jahr eine Chance von ungefähr eins zu 19.000. Bei 15 Watt zahlst Du im Jahr etwa 45 Euro Strom plus den Gerätepreis. Das ist ein Lotterielos mit einer Laufzeit von einem Jahr, kein Einkommen. Setz Dir ein festes Budget und verbuche es als Hobby.

Wichtig: Ein Raspberry Pi kann hier nicht mithalten, weil Bitcoin-Mining ASICs braucht. Auch ein NerdMiner auf Basis eines ESP32-Mikrocontrollers schafft nur etwa 55 kH/s und hat praktisch keine Chance. Er ist ein nettes Spielzeug und nichts weiter.

Bandbreite vermieten: wenig Aufwand, wenig Ertrag

Eine ganz andere Idee ist, ungenutzte Internetbandbreite zu verleihen. Grass beschreibt das so: Das Programm teilt Deine ungenutzte Bandbreite mit dem Netzwerk, das Unternehmen und Institutionen für ihre Dienste nutzen. Dafür sammelst Du Punkte, die in künftige Auszahlungen in Grass-Token oder USDC einfließen. Bestimmte Länder sind von den Token-Auszahlungen ausgeschlossen, schau also vor dem Start in die Bedingungen. Auf der Seite sind Mobile-App, Desktop-App und Chrome-Erweiterung genannt, ein offizieller Client für den Raspberry Pi ist dort nicht ausgewiesen. Ähnliche Dienste wie Honeygain funktionieren nach dem gleichen Prinzip.

Die Erträge schwanken je nach Quelle stark, und viele Zahlen im Netz stammen aus Werbeseiten. Rechne eher mit wenigen Euro im Monat als mit einem Nebeneinkommen. Dazu kommen zwei Punkte, die Du vorher klären solltest:

  1. Fremder Datenverkehr läuft über Deinen Heimanschluss, was die Nutzungsbedingungen Deines Providers berühren kann.
  2. Die Auszahlung in Token ist spekulativ, der Wert kann schnell fallen.

Nodes und Staking: nützlich, aber kein Geldweg

Ein Raspberry Pi eignet sich hervorragend als Full Node für Bitcoin oder Monero. Das stärkt die Netzwerke und macht Dich unabhängig von fremden Diensten, bringt aber kein Geld ein. Programme, die Pi-Nodes mit Token belohnen, kommen und gehen. Die Bedingungen ändern sich ständig, deshalb solltest Du jede Belohnung direkt in der offiziellen Projektdokumentation prüfen, bevor Du Zeit investierst. Verwechsle das Ganze auch nicht mit dem Pi Network aus dem Smartphone-Store, das nichts mit dem Raspberry Pi zu tun hat.

Falls Dein Pi dauerhaft am Netz hängt, lohnt sich als Grundlage eine schnelle SSD statt der microSD-Karte. Die Anleitung dazu ist Raspberry Pi 5 von NVMe-SSD booten statt microSD-Karte.

Der Überblick

WegHardwareRealistischer ErtragRisiko
Monero mit XMRigPi oder Server-CPUmeist unter den StromkostenVerlust
Bitcoin-Solo mit BitaxeASIC-Miner, ca. 15 Wattfast immer null, selten ein BlockGerätepreis und Strom
Bandbreite vermietenPi, Server oder Handywenige Euro im MonatProvider-Regeln, Token-Kurs
Full NodeRaspberry Pikein Geld, dafür Unabhängigkeitkeines

Fazit: Für wen lohnt sich was?

Wenn Du Geld verdienen willst, ohne etwas zu riskieren, lohnt sich das alles nicht, und ein Pi im Leerlauf bleibt am besten einfach im Leerlauf. Wenn Du den Reiz einer Lotterie magst, ist ein Bitaxe die einzige Variante mit echtem Jackpot, solange Du die Kosten als Hobbybudget siehst. Den Pi oder Server für Bandbreiten-Sharing laufen zu lassen, kostet fast nichts, bringt aber auch fast nichts. Absichern solltest Du jeden Rechner, der dauerhaft am Netz hängt, ohnehin, wie es die Anleitung: Raspberry Pi Webserver Security Hardening zeigt.

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