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Anleitung: Bilder in Claude Code generieren mit FLUX

Claude kann von Haus aus keine Bilder erzeugen. Über den Hugging Face MCP Server ruft Claude Code aber offene Modelle wie FLUX auf und liefert fertige Bilder direkt im Chat, kostenlos und ohne API-Key. Hier zeige ich Dir die Einrichtung auf dem Mac, die besten Gratis-Modelle, passende Prompts und einen eigenen Skill…

Von Sonoya Redaktion 7 Min. Lesezeit
Mit FLUX generiertes Titelbild: Ein Laptop mit geöffnetem Terminal, aus dem farbige Lichtströme ein Landschaftsbild formen, als Symbol für KI-Bildgenerierung in Claude Code
Mit FLUX generiertes Titelbild: Ein Laptop mit geöffnetem Terminal, aus dem farbige Lichtströme ein Landschaftsbild formen, als Symbol für KI-Bildgenerierung in Claude Code

Claude kann selbst keine Bilder generieren, das Modell erzeugt ausschließlich Text und Code. Trotzdem kannst Du in Claude Code und in der Claude Desktop App Bilder direkt im Chat erstellen lassen: Du verbindest Claude über das Model Context Protocol (MCP) mit Hugging Face, und Claude ruft dort offene Bildmodelle wie FLUX als Werkzeug auf. Das Ergebnis landet als fertiges Bild in Deiner Session, und für den Einstieg brauchst Du weder einen bezahlten Bild-Dienst noch einen API-Key. In dieser Anleitung richten wir das auf dem Mac ein, schauen uns die kostenlos verfügbaren Modelle an, bauen Prompts, die wirklich gute Bilder liefern, und gießen das Ganze am Ende in einen wiederverwendbaren Skill für Dein Projekt.

Falls Claude Code auf Deinem Mac noch nicht läuft, hilft Dir vorab die Anleitung: Claude Code auf dem Mac installieren & nutzen weiter.

Warum das überhaupt funktioniert

Der Trick besteht aus zwei Bausteinen. Erstens spricht Claude über MCP mit externen Servern, die ihm Werkzeuge zur Verfügung stellen. Zweitens kann auf Hugging Face jeder Gradio Space, also jede dort gehostete KI-Web-App, als MCP-Server auftreten. Ein Space wie FLUX.1-schnell meldet Claude dann ein Tool nach dem Muster „erzeuge aus diesem Text ein Bild”, und Claude ruft es auf wie jedes andere Werkzeug auch. Die Rechenarbeit übernimmt die kostenlose ZeroGPU-Infrastruktur von Hugging Face, nicht Dein Mac.

Du hast dafür zwei Wege, und beide kommen ohne einen klassischen API-Key aus, den Du irgendwo erzeugen und in eine Konfigurationsdatei kopieren müsstest:

  1. Der offizielle Hugging Face MCP Server unter https://huggingface.co/mcp. Hier meldest Du Dich einmal per Browser-Login mit einem kostenlosen Hugging-Face-Konto an und stellst Dir danach in den Einstellungen beliebige Bild-Spaces als Tools zusammen. Das ist der komfortabelste Weg und meine Empfehlung.
  2. Der direkte MCP-Endpunkt eines öffentlichen Space. Jeder öffentliche Gradio Space mit MCP-Badge ist unter https://<owner>-<space>.hf.space/gradio_api/mcp/ erreichbar, laut Gradio-Dokumentation ganz ohne Authentifizierung. Das funktioniert komplett ohne Konto, allerdings mit einem deutlich kleineren anonymen GPU-Kontingent, das bei vielen Bildern schnell aufgebraucht ist.

Schritt 1: Hugging Face MCP Server in Claude Code verbinden

Öffne das Terminal und füge den Server mit einem Befehl hinzu:

Code
claude mcp add --transport http hf https://huggingface.co/mcp

Starte danach eine Claude-Code-Session und tippe /mcp. Dort siehst Du den Server hf und kannst die Authentifizierung anstoßen: Claude Code öffnet Deinen Browser, Du meldest Dich mit Deinem kostenlosen Hugging-Face-Konto an und bestätigst den Zugriff. Ein Konto legst Du, falls noch nicht vorhanden, in zwei Minuten auf huggingface.co an. Einen Token musst Du dabei nirgends kopieren, der Login läuft komplett über den Browser.

Direkt nach dem Verbinden kann Claude bereits den Hugging Face Hub durchsuchen, also Modelle, Datasets und Spaces finden. Die Bildgenerierung schalten wir im nächsten Schritt frei.

Schritt 2: FLUX als Tool freischalten

Öffne im Browser Deine MCP-Einstellungen auf Hugging Face. Im Abschnitt Spaces Tools fügst Du die Bild-Spaces hinzu, die Claude benutzen darf. Alternativ kannst Du auch jeden Space mit MCP-Badge direkt über den grauen MCP-Button auf der Space-Karte per Add to MCP tools übernehmen. Starte Claude Code danach neu oder lade die Verbindung über /mcp neu, damit die neuen Tools auftauchen.

Diese Spaces haben sich für den Anfang bewährt, alle laufen auf dem kostenlosen ZeroGPU-Kontingent:

SpaceStärke
evalstate/flux1_schnellFLUX.1 [schnell], sehr schnelle Generierung, Apache-2.0-Modell, ideal zum Iterieren
mcp-tools/FLUX.1-Krea-devFLUX.1 Krea [dev], natürliche, fotorealistische Bilder ohne den typischen KI-Look
mcp-tools/qwen-imageQwen-Image, die beste Wahl, wenn lesbarer Text im Bild stehen soll
mcp-tools/Z-Image-TurboZ-Image-Turbo, sehr schnelles, kompaktes offenes Modell
black-forest-labs/FLUX.1-Kontext-DevFLUX.1 Kontext, bearbeitet vorhandene Bilder per Textanweisung

Mit einem kostenlosen Konto bekommst Du ein tägliches ZeroGPU-Kontingent, das für etliche Bilder pro Tag reicht. Wer dauerhaft viel generiert, bekommt mit einem PRO-Konto das Achtfache, laut Hugging-Face-Dokumentation entspricht das bis zu 600 Bildern pro Tag mit FLUX.1-schnell. Für gelegentliche Titelbilder und Illustrationen kommst Du mit dem Gratis-Kontingent gut aus.

Tipp für die Variante ganz ohne Konto: Du kannst einen einzelnen Space auch direkt anbinden, dann entfällt sogar der Login. Für den FLUX.1-schnell-Space sieht das so aus:

Code
claude mcp add --transport http flux https://evalstate-flux1-schnell.hf.space/gradio_api/mcp/

Damit nutzt Du das anonyme ZeroGPU-Kontingent, das spürbar knapper ist. Sobald die Quota-Meldung kommt, hilft entweder Warten oder eben doch das kostenlose Konto über Weg 1.

Schritt 3: Einrichtung in der Claude Desktop App auf dem Mac

In der Desktop App führt der offizielle Weg über einen Custom Connector: Öffne Einstellungen > Connectors > Eigenen Connector hinzufügen und trage als Remote-MCP-Server-URL https://huggingface.co/mcp?login ein, so beschreibt es auch der offizielle Hugging-Face-Blogartikel. Beim ersten Aufruf meldest Du Dich per Browser bei Hugging Face an, danach erlaubst Du in den Connector-Einstellungen noch die Schreib-Tools. Custom Connectors setzen allerdings einen bezahlten Claude-Plan voraus.

Nutzt Du Claude Desktop im Free-Plan, nimmst Du stattdessen die lokale Konfigurationsdatei. Du brauchst dafür einmalig Node.js auf dem Mac. Öffne dann Einstellungen > Entwickler > Konfiguration bearbeiten, das legt die Datei claude_desktop_config.json unter ~/Library/Application Support/Claude/ an und zeigt sie im Finder. Trage dort den Space-Endpunkt über die Brücke mcp-remote ein:

Code
{
  "mcpServers": {
    "flux": {
      "command": "npx",
      "args": [
        "mcp-remote",
        "https://evalstate-flux1-schnell.hf.space/gradio_api/mcp/"
      ]
    }
  }
}

Speichere die Datei und starte Claude Desktop komplett neu, also über Cmd + Q beenden und neu öffnen. Danach taucht das FLUX-Tool im Werkzeug-Menü des Chats auf, und Du kannst Claude im ganz normalen Gespräch um ein Bild bitten.

So sehen Prompts aus, die gute Bilder liefern

Claude übersetzt Deine Anweisung in einen Prompt für das Bildmodell, und Du bekommst die besten Ergebnisse, wenn Du ihm dafür eine klare Vorlage gibst. Black Forest Labs, der Hersteller von FLUX, empfiehlt in seinen offiziellen Prompting-Skills diese Struktur:

Code
[Subject] + [Action] + [Style] + [Context] + [Lighting] + [Technical]

Daraus ergeben sich drei Regeln, die Du Dir merken solltest. Erstens gehört das Wichtigste an den Anfang, denn FLUX gewichtet frühe Wörter stärker; Stil-, Licht- und Kameraangaben kommen ans Ende. Zweitens kennt FLUX keine Negativ-Prompts, beschreibe also nur, was zu sehen sein soll, nicht was fehlen soll: statt „ein Garten ohne Regen und ohne verwelkte Pflanzen” lieber „ein blühender Garten im goldenen Abendlicht”. Drittens reicht für die meisten Szenen ein Prompt mit 30 bis 80 Wörtern, auf Englisch, weil die Modelle darauf trainiert sind.

In Claude Code sieht eine Anweisung dann zum Beispiel so aus:

Code
Erstelle mit dem FLUX-Tool ein Bild im Format 1024 x 1024.
Prompt: A minimalist home office with a Mac Studio on a light wooden
desk, a steaming coffee cup beside it, soft morning light through a
large window, photorealistic, 35mm lens, shallow depth of field.
Speichere das Ergebnis als hero.webp im Ordner assets/.

Genau hier spielt Claude Code seine Stärke aus: Es generiert nicht nur das Bild, sondern lädt die Datei herunter, benennt sie passend, konvertiert sie bei Bedarf und legt sie direkt an der richtigen Stelle in Deinem Projekt ab. Soll lesbarer Text im Bild stehen, etwa für ein Poster, setze den gewünschten Text im Prompt in Anführungszeichen und nimm Qwen-Image statt FLUX, das Modell ist auf saubere Typografie spezialisiert.

Die Prompt-Regeln als Skill ins Projekt legen

Damit Du diese Regeln nicht in jeder Session neu erklärst, legst Du sie als Skill in Dein Projekt. Ein Skill ist eine Markdown-Datei mit Anweisungen, die Claude Code automatisch lädt, wenn sie zur Aufgabe passt, oder die Du gezielt mit /skill-name aufrufst. Lege dazu die Datei .claude/skills/flux-bild/SKILL.md in Deinem Projekt an:

Code
---
description: Generiert ein Bild mit dem FLUX-Tool des Hugging Face
  MCP Servers. Nutzen, wenn der User ein Bild, eine Illustration
  oder ein Titelbild erstellen will.
---

Baue aus dem Wunsch des Users einen englischen Prompt nach dem
Muster [Subject] + [Action] + [Style] + [Context] + [Lighting] +
[Technical].

Regeln:
- Das Wichtigste an den Anfang, Stil und Kamera ans Ende.
- Keine Negativ-Formulierungen, beschreibe nur, was zu sehen ist.
- 30 bis 80 Woerter fuer normale Szenen.
- Soll Text im Bild stehen, setze ihn in Anfuehrungszeichen und
  nutze Qwen-Image statt FLUX.

Rufe das Bild-Tool mit diesem Prompt und 1024 x 1024 auf, lade
das Ergebnis herunter und speichere es als WebP im vom User
genannten Zielordner.

Der Ordnername wird zum Befehl, ab sofort genügt also /flux-bild ein Titelbild für meinen Docker-Artikel im Chat. Die description in der Frontmatter sorgt zusätzlich dafür, dass Claude den Skill auch von selbst zieht, wenn Du einfach nur „erstell mir ein Bild dazu” schreibst. Skills im Projektordner landen mit im Git-Repository, Dein ganzes Team nutzt damit automatisch dieselben Prompt-Standards. Wer noch tiefer einsteigen will, installiert das offizielle Skill-Paket von Black Forest Labs mit /plugin marketplace add black-forest-labs/skills und anschließend /plugin install flux-best-practices@black-forest-labs, es enthält ausführliche Leitfäden für alle FLUX-Modelle.

Fazit

Dass Claude keine Bilder generieren kann, stimmt nur für das Modell selbst. Mit dem Hugging Face MCP Server wird daraus ein komplettes Bild-Studio im Terminal: FLUX.1-schnell zum schnellen Iterieren, Krea für fotorealistische Ergebnisse, Qwen-Image für Text im Bild, alles über das kostenlose ZeroGPU-Kontingent und ohne einen einzigen API-Key in einer Konfigurationsdatei. Zusammen mit einem kleinen Skill für die Prompt-Struktur wird daraus ein Arbeitsablauf, der Titelbilder und Illustrationen direkt dort erzeugt, wo Du sie brauchst: in Deinem Projektordner.

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