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iOS 26: 6 Kamera-Einstellungen, die ab Werk aus sind

Apple liefert das iPhone mit deaktivierten Kamera-Funktionen aus, die spürbar bessere Fotos ermöglichen. Diese sechs Schalter findest Du mit den exakten deutschen Menüpfaden, samt Erklärung, was sich jeweils ändert und wo der Haken liegt…

Von Sonoya Redaktion8 Min. Lesezeit
iOS 26: 6 Kamera-Einstellungen, die ab Werk aus sind

Die Kamera im iPhone kann deutlich mehr, als sie ab Werk zeigt. Apple liefert mehrere Funktionen im ausgeschalteten Zustand aus, teils weil sie viel Speicher kosten, teils weil sie Anfänger verwirren würden, und die meisten Leute schalten sie nie ein. Hier sind die sechs Schalter, die wirklich etwas ändern, sortiert nach Wirkung, mit den aktuellen deutschen Bezeichnungen aus iOS 26. Alles selbst am Gerät nachgeprüft und recherchiert.

Alle sechs sitzen an derselben Stelle: Einstellungen > Kamera. Öffne die Einstellungen und scroll in der Liste nach unten, bis Du den Eintrag Kamera mit dem grauen Kamerasymbol siehst. Von dort geht es los.

Volle Auflösung und ProRAW freischalten

Standardmäßig speichert das iPhone jedes Foto als 12-Megapixel-HEIF, obwohl der Hauptsensor 48 Megapixel auflöst. Das ist praktisch, kostet Dich aber genau die Reserven, die Du beim Zuschneiden und Nachbearbeiten brauchst.

Geh auf Einstellungen > Kamera > Formate. Wenn Du ein Pro-Modell hast, aktivier dort den Schalter Apple ProRAW & Auflösungssteuerung. Darunter erscheint der Punkt ProRAW & Auflösung, in dem Du zwischen HEIF Max (bis zu 48 MP), ProRAW 12 MP und ProRAW Max (bis zu 48 MP) wählst. Nimm HEIF Max, wenn Du die Bilder direkt verwenden willst, und ProRAW Max, wenn Du sie ernsthaft bearbeitest. Auf den Nicht-Pro-Modellen heißt der Schalter nur Auflösungssteuerung und gibt Dir wahlweise 24 oder 48 Megapixel.

In der Kamera-App taucht danach oben ein neuer Umschalter auf, je nach Auswahl mit RAW oder 48 beschriftet. Er ist ein Schalter pro Aufnahme, den Du also gezielt für ein einzelnes Motiv einschaltest.

Was Du davon hast: ProRAW speichert die Bildinformationen mit 12 Bit Farbtiefe, bevor Apple sein Standard-Finish darüberlegt. Überstrahlte Wolken und abgesoffene Schatten lassen sich damit oft noch retten, und beim starken Zuschneiden bleibt bei 48 Megapixel genug Detail übrig. Der Unterschied ist nicht subtil, sobald Du ein Bild wirklich bearbeitest.

Die Nachteile sind aber deutlich, deshalb der Schalter pro Aufnahme. Ein normales HEIF wiegt rund 2 MB, ein 48-Megapixel-HEIF etwa 5 MB und eine ProRAW-Max-Datei je nach Motiv 40 bis über 100 MB. Ein Nachmittag im Zoo füllt so mehrere Gigabyte. Außerdem dauert es zwischen zwei Auslösungen spürbar länger, was bei bewegten Motiven stört, und ein unbearbeitetes ProRAW sieht auf den ersten Blick flauer aus als das normale Foto, weil genau die automatische Aufbereitung fehlt, die Du ja umgehen wolltest.

Wenn danach der Speicher knapp wird, findest Du die Gegenmaßnahmen in iOS 26: iPhone schneller machen und Speicher freigeben.

Einstellungen beibehalten

Das ist der Schalter, der im Alltag am meisten Ärger spart und den fast niemand kennt. Ab Werk vergisst die Kamera-App bei jedem Schließen alles, was Du eingestellt hast: Du warst im Videomodus, hast die Belichtung heruntergezogen und einen Stil gewählt, und beim nächsten Öffnen steht wieder alles auf Anfang.

Geh auf Einstellungen > Kamera > Einstellungen beibehalten. Dort findest Du mehrere einzelne Schalter, die alle ausgeschaltet sind:

  • Kameramodus merkt sich, ob Du zuletzt im Foto-, Video- oder Porträtmodus warst.
  • Kreativsteuerungen behält den fotografischen Stil, den Filter, das Seitenverhältnis und die Belichtungskorrektur.
  • Makrosteuerung merkt sich, ob Du das automatische Umschalten auf die Makro-Linse abgeschaltet hattest.
  • Live Photo behält Deine Entscheidung, statt jedes Mal wieder auf „ein“ zu springen.

Aktivier mindestens Kreativsteuerungen und Live Photo. Der Effekt ist keiner für die Bildqualität, sondern für Deine Trefferquote: Die Kamera verhält sich beim Öffnen so, wie Du sie verlassen hast, und Du verpasst keine Motive mehr, weil Du erst wieder drei Werte nachziehen musst.

Der Nachteil ist die Kehrseite derselben Medaille. Wenn Du die Belichtung für ein Gegenlichtmotiv stark abgesenkt hast, gilt das auch noch am nächsten Tag in der Küche, und dann wunderst Du Dich über zu dunkle Bilder. Wer das nicht will, lässt Kreativsteuerungen aus und aktiviert nur Kameramodus und Live Photo.

Makrosteuerung einblenden

Alle iPhones mit Ultraweitwinkel schalten automatisch auf die Makro-Linse um, sobald Du näher als etwa 14 Zentimeter an ein Motiv herangehst. Das passiert lautlos, und Du merkst es meist nur daran, dass der Bildausschnitt kurz springt und das Ergebnis flauer aussieht als erwartet.

Geh auf Einstellungen > Kamera und aktivier den Schalter Makrosteuerung. In der Kamera-App erscheint danach unten links ein kleines gelbes Blumensymbol, sobald Du in den Nahbereich kommst. Ein Tipp darauf verhindert das automatische Umschalten, ein weiterer erlaubt es wieder.

Was das bringt: Die Ultraweitwinkel-Linse hat einen kleineren Sensor und liefert weniger Details und mehr Rauschen als die Hauptkamera. Bei einem Motiv, das gar nicht so nah ist, wie das iPhone denkt, etwa einem Teller auf dem Tisch, bekommst Du mit abgeschaltetem Automatikwechsel das deutlich bessere Bild. Umgekehrt siehst Du jetzt überhaupt, wann das iPhone umschaltet, statt Dich hinterher über den Schärfeeindruck zu wundern.

Nachteile hat der Schalter praktisch keine, er blendet nur eine zusätzliche Taste ein. Wenn Du oft aus der Hand sehr nah fotografierst, hilft gegen das Verwackeln bei den kurzen Abständen ein kleines MagSafe-Stativ fürs iPhone (Affiliate Link) mehr als jede Einstellung.

Raster und Wasserwaage einschalten

Schiefe Horizonte und Motive genau in der Bildmitte sind die zwei häufigsten Gründe, warum ein Handyfoto nach Schnappschuss aussieht. Beides löst eine Einblendung, die ab Werk fehlt.

Geh auf Einstellungen > Kamera und such den Abschnitt Komposition. Aktivier dort Raster; die Kamera legt danach zwei senkrechte und zwei waagerechte Linien über das Bild, die es in neun gleiche Felder teilen. Aktivier gleich darunter auch Wasserwaage, das ist ein eigener Schalter und nicht Teil des Rasters. Sobald Du das iPhone waagerecht nach unten oder oben kippst, etwa für ein Foto vom gedeckten Tisch, erscheinen zwei Fadenkreuze, die sich decken müssen; hältst Du es normal, blendet sich eine unterbrochene Horizontlinie ein, die weiß wird, sobald Du gerade bist.

Der Nutzen ist reine Bildgestaltung: Setz Dein Hauptmotiv auf einen der vier Schnittpunkte statt in die Mitte, und leg den Horizont auf die obere oder untere Linie statt quer durch die Bildmitte. Das ist die Drittelregel, und sie funktioniert auch dann, wenn man sich nie damit beschäftigt hat.

Nachteile gibt es keine. Die Linien liegen nur über der Vorschau und landen nicht im Foto, und die Wasserwaage verschwindet automatisch, sobald Du gerade hältst.

Selfies nicht mehr spiegelverkehrt speichern

Hier gibt es ein Missverständnis, das viele ärgert: Ab Werk zeigt Dir die Frontkamera ein gespiegeltes Vorschaubild, dreht das Foto beim Speichern aber wieder um. Deshalb sieht ein Selfie hinterher oft „falsch herum“ aus, weil Dein Gesicht ungewohnt seitenverkehrt zu dem erscheint, was Du eben auf dem Display gesehen hast.

Geh auf Einstellungen > Kamera und aktivier Spiegeln der Frontkamera. Ab jetzt wird genau das gespeichert, was in der Vorschau zu sehen war.

Der Effekt ist Geschmackssache, aber er beendet das ständige Wundern: Was Du siehst, bekommst Du. Gerade bei Selfies mit mehreren Personen oder vor einem Motiv im Hintergrund stimmt die Anordnung danach mit Deiner Erinnerung überein.

Der Nachteil ist der eine Fall, an den man vorher nicht denkt: Schrift im Bild steht danach spiegelverkehrt. Wenn Du ein Selfie vor einem Firmenschild machst oder etwas mit Aufschrift in die Kamera hältst, ist der Text unlesbar. Wer das öfter braucht, lässt den Schalter aus.

Serienbilder auf die Lauter-Taste legen

Bewegte Motive, also Kinder, Hunde, Sport, springende Leute, bekommt man mit einem einzelnen Auslösen fast nie im richtigen Moment. Das iPhone kann zehn Bilder pro Sekunde, versteckt die Funktion aber hinter einer Einstellung.

Geh auf Einstellungen > Kamera und aktivier „Lauter“ für Serie verwenden. Halte danach in der Kamera-App die Lauter-Taste gedrückt, und das iPhone nimmt so lange Serienbilder auf, bis Du loslässt. Ein kurzer Druck löst weiterhin ganz normal ein einzelnes Foto aus.

In der Fotos-App findest Du die Serie danach als einen Stapel mit dem Hinweis Serie (25 Fotos). Tipp oben auf Auswählen …, wisch durch die Einzelbilder, setz bei den guten unten rechts den Haken und bestätige mit Fertig. Danach fragt iOS, ob Du Alles behalten oder Nur Favoriten behalten willst; die zweite Option löscht den Rest sofort.

Der Gewinn ist die Trefferquote bei allem, was sich bewegt. Der Nachteil ist der Speicher, wenn Du das Aussortieren vergisst, denn eine Serie kann schnell dreißig Bilder umfassen. Nimm Dir also gleich nach dem Fotografieren die halbe Minute zum Aussieben.

Bonus-Tipp: Den fotografischen Stil als Standard festlegen

Die meisten Leute finden die iPhone-Bildwirkung entweder zu kühl oder zu kontrastarm und schieben danach in jeder App an den Reglern. Dabei lässt sich der Look ein einziges Mal festlegen, und zwar so, dass er für jedes künftige Foto automatisch gilt.

Geh auf Einstellungen > Kamera > Fotografische Stile. Du siehst eine Vorschau mit den verfügbaren Stilen wie Standard, Lebendig, Natürlich und Ruhig sowie mehreren Farbtönungen; wisch seitlich, um sie durchzugehen. Tipp anschließend auf Anpassen. Über das quadratische Feld verschiebst Du mit dem Finger Ton und Farbe, mit dem Schieberegler darunter stellst Du die Intensität ein. Sichere den Stil zum Schluss mit der blauen Taste mit dem Haken, dann gilt er als Standard für alle neuen Fotos.

Ab jetzt bekommt jedes Foto diesen Charakter direkt bei der Aufnahme, statt dass Du ihn hinterher nachbaust. Der eigentliche Clou steckt aber in der Technik dahinter: Auf dem iPhone 16 und neuer arbeiten die Stile nicht wie ein Filter, der sich über das fertige Bild legt, sondern greifen mitten in die Bildaufbereitung ein, getrennt für Hauttöne und den Rest des Bildes. Deshalb kannst Du den Stil in der Fotos-App über Bearbeiten jederzeit nachträglich ändern oder ganz zurücknehmen, ohne dass die Bildqualität leidet.

Genau da liegt auch die Einschränkung. Auf dem iPhone 15 und älter gibt es zwar ebenfalls fotografische Stile, die werden aber fest ins Bild gerechnet und lassen sich später nicht mehr entfernen. Auf diesen Modellen wähl den Stil also zurückhaltend, oder bleib bei Standard und entscheide beim Bearbeiten.

Was sich damit ändert

Von den sechs Schaltern kosten fünf nichts außer einem Fingertipp, und sie wirken sofort. Der einzige, bei dem Du wirklich abwägen musst, ist die volle Auflösung: Die Bildqualität steigt deutlich, aber der Speicher füllt sich um ein Vielfaches schneller, weshalb der Umschalter in der Kamera-App auch pro Aufnahme funktioniert und nicht dauerhaft.

Wenn Du danach beim Durchsehen merkst, dass auf einem sonst guten Bild etwas Störendes im Hintergrund liegt, brauchst Du dafür keine zusätzliche App. Wie Du das direkt auf dem iPhone wegbekommst, steht in iPhone: Objekte aus Fotos entfernen, ohne App, kostenlos.

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